Ute Niziak
News 2007

Ute Niziak - auf dem Weg zum Gipfel

News 2007

Wissenswertes, Termine & Co.

10.12.2007

Die ersten drei Europacups

 

Endlich komme ich dazu eine neue news zu verfassen, die die letzte Zeit war recht turbulent und ich war viel unterwegs. Sportlich ist es bei den drei bisherigen Europacups in Geilo, Torsby und Obertillach recht gut gelaufen. Gewinnen konnte ich zwar noch nicht, aber mit 3 Podestplätzen bin ich für den Moment zufrieden. Wie im Europacup dominieren wir deutschen Mädels auch den Europacup, denn die ersten sechs Plätze tragen schwarz, rot, goldene Farben. Ein Wahnsinn. Natürlich arbeite ich weiter an meinem Ziel in den Weltcup zu kommen. Dass ich nicht weit weg bin, habe ich in den letzten Trainingslagern mit dem Weltcupteam gesehen. In der kommenden Woche findet in Bansko der nächste EC statt und da möchte ich ein Wörtchen mitsprechen.

 

Daumen drücken nicht vergessen!

 

14.11.2007
Erste Begegnung mit dem Winter

Wer öfters mal auf meiner Homepage vorbeischaut, weiß, dass ich meine biathlonfreie Zeit meistens zusammen mit Freunden im Freien verbringe. Großes Glück, wenn zwei dieser Freunde zu den Spezialisten für das Leben im Freien gehören - zum Globetrotter-Team. Auf die Bitte, dem Globetrotter Dresden beim Wintersaison-Eröffnungsmarkt mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, konnte ich somit nur Ja sagen.
 
Riesige Freude gab es bei allen Skibegeisterten, als ich vom Dach meines Autos frischen Schnee vom Erzgebirgskamm mit zum Skiflohmarkt brachte. Da ich gerade erfolgreich vom Skilehrgang am Dachstein zurückgekehrt war, konnte ich in der extra aufgebauten Kunststoff-Skiloipe und dem dazugehörigen Schießstand direkt von dem Erlernten Gebrauch machen. Aber nicht nur ich - alle interessierten Kunden konnten vor dem Kauf ihr Material testen. Auch die Kinder sind auf ihre Kosten gekommen: Sie konnten mit mir Skilaufen und um die Wette schießen – das hat echt Spaß gemacht!
 
Fazit des Tages: Es wurden viele junge Biathlontalente gesichtet, mehr als 100 Leute sind mit dem richtigen Material für den kommenden Winter ausgestattet worden und ich selbst habe in der Kunststoff-Loipe ein Skiduell gegen meinen Freund gewonnen!

 

24.09.2007

Spannende Deutsche Meisterschaften

 

Nach einem tollen Ergebnis bei der Sommerleistungskontrolle galt es für Ute Niziak bei den Deutschen Meisterschaften in Oberhof, Altenberg und Ruhpolding ihre Leistungsstärke erneut unter Beweis zu stellen. Beim Sprintrennen in Oberhof erzielte sie mit einem guten dritten Platz ihr bestes Ergebnis.

 

Es folgen nun weitere Lehrgänge, in denen sich Ute und Sabrina Buchholz für die kommende Saison empfehlen müssen, um den letzten Weltcupplatz zu ergattern.

 

Also, Daumen drücken liebe Fans!

 

10.08.2007

Beeindruckende Klettertour im Oberreintal

 

Nach einem zweitägigen, ernüchternden Gore-Tex-Test im Gaistal bei Leutasch meldete der bayrische Wetterfrosch endlich wieder Sonnenschein. Unserem Ziel, die Oberreintalhütte, stand nun kein Tiefausläufer mehr im Wege. Die legendäre Hütte mit Jahrzehnte langer Klettertradition ist zentraler Ausgangspunkt für unzählige Klettertouren.

Bestückt mit kompletter Kletterausrüstung und Verpflegung für fünf Tage starteten wir im Olympiastadion von Garmisch-Partenkirchen. Wahrlich olympisch war der Menschenstrom, der auf der Fahrstraße in Richtung Patnachklamm pilgerte - ein Ort der Begegnung von Menschen unterschiedlichster Nationalitäten in ihren Festkleidern. Ob Rabbis mit Häubchen oder Träger von Lederkniebundhosen, Kinder, Hunde, jung oder alt - alle wollten beim olympischen Klammrun dabei sein.

Auf unseren nächsten Metern lies der olympische Gedanke allerdings stark nach, da wir anderthalb Stunde lang einer doch eher öden, permanent ansteigenden Forststraße folgten, bevor es schließlich knapp 40 Serpentinen steil bergauf ging. Endlich, nach der letzten Latschenkuppe, öffnete sich uns das Tor zum Oberreintal.

Die letzte Viertelstunde hatte es allerdings noch einmal in sich. Nach drei Stunden Dauermarsch erreichten wir einen Holzstoß, an dem sich alle bedienten, um einen Scheit zur Hütte zu transportieren. Das Meterholz, das wir uns dummerweise gleich am untersten Holzstapel aufgeladen hatten, begann allmählich schmerzhaft zu drücken. Aber es ließ sich aushalten, denn wer nicht zur Energieversorgung beitrug war schnell bei Wirt und Publikum unten durch. Und außerdem schmeckten Radler oder Bier nach dem Holztransport noch viel besser.

Die Hütte in Sichtweite, war unsere Aufregung förmlich zu spüren. Erleichtert legten wir den Holzscheit auf den Stapel und bogen um's Eck. Wir trauten unseren Augen kaum: alles war wie ausgestorben, kein Mensch weit und breit. Vorsichtig öffneten wir die Hüttentür. Auf dem Tisch standen eine Thermoskanne mit frisch gebrühtem Kaffee und eine Kiste Bier. Daneben lag ein Zettel, worauf stand: "Bin unterwegs. Kaffee 2,- €, Bier 3,- €. Hans."  Wir erkundeten die Hütte und fühlten uns nach kurzer Zeit wie zu Hause.
Dass wir bis zum nächsten Abend die einzigen Bewohner der Hütte sein sollten, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Also gingen wir in der Umgebung auf Entdeckungstour und checkten die Routenzustiege für die nächsten Tage.
Am Abend heizten wir die Hütte kräftig ein, um das Wasser aus dem Gebirgsbach für unsere Nudeln zum Kochen zu bringen.

Während mein Freund Marco die schönsten Klettertouren für die nächsten Tage auswählte, stöberte ich in alten Hüttenbüchern. Schon manche Persönlichkeit hatte diese Hütte betreten und in diesem Tal ihre Taten vollbracht. Insbesondere aber hatte  Franz Fischer, der legendäre Hüttenwirt, eine Atmosphäre geschaffen, die wahrscheinlich bis heute in den Leuten weiterlebt. Ich stolpere über Namen wie Anderl Heckmaier und Hermann Buhl, den unvergessenen Bergsteigern aus Eigernordwandgeschichten, sowie Kurt Albert, Wolfgang Güllich, Stefan Glowacz und dem Sachsen Karl-Heinz Gonda.
Am späten Abend machten wir es uns im 40-Mann-Schlafquartier bequem.

Am nächsten Morgen erwachte ich durch ein permanentes bingbing, määhmääh, bingbing... Was war das? Meine Gedanken ordneten sich allmählich: Urlaub, Oberreintalhütte, Traumwetter, Klettern gehen - alles klar. Ich springe zum Fenster, um den morgentlichen Krachmachern auf die Schliche zu kommen. Aha, eine Herde Langohrschafe, die sich über das frische, Tau bedeckte Berggras hermachten.
Nach einem ausgedehnten Frühstück mit Blick auf bevorstehende Taten machten wir uns auf den Weg.

Ein echtes Kletterparadies, das Oberreintal! Jeden Tag kletterten wir solange bis die Finger "durch" waren. Wir genossen mittelschwere Sportklettereien, aber auch Vierertouren, wie die Radlkante am Oberreintaldom mit dem bekannten Fahrrad in der siebten Seillänge - übrigens nicht der einzige zweckentfremdete Gegenstand, der die Wände im Oberreintal schmückt. Lange Zeit bereicherte ein Kajak die Kletterroute "Gelbes U". Auch in der "Schober", einem Klassiker, wurde am vierten Standplatz eine massive Holzbank solide befestigt. Ein wirklich gigantischer Standplatz, wenn nicht gar der schönste der Nordalpen. Erzählungen zufolge diente das "Bankerl" ausschließlich als Sitzplatz beim Sichern und sollte anders lautenden Gerüchten nicht zweckentfremdet werden. Vorschläge, wie das Anbringen von Rollos und Aufstellen diverser Automaten, wurden bisher kategorisch abgelehnt.

Von Tag zu Tag mehrten sich die Übernachtungsgäste auf der Hütte. In großer Runde saßen wir abends bei Radler und Bier zusammen. Wir lauschten den Geschichten älterer Kletterer, die noch immer hoch ins Oberreintal kommen und jedes Wochenende neue Abenteuer aus längst vergangenenTagen erzählen. Aber auch junge Helden berichteten von Kletterabenteuern aus der großen weiten Welt.

Begeistert vom Oberreintal und davon träumend, später von ähnlichen Erlebnissen aus fernen Ländern berichten zu können, packten wir unseren Rucksack für den Abstieg. Eine Woche Urlaub war mal wieder viel zu kurz und ein letztes Mal jodelten wir den Hüttenspruch ins Tal: "Hei mi leckst am Arsch."

 

08.07.2007

Sommerleistungskontrolle Berchtesgaden

 

Vom letzten Montag bis einschließlich Freitag stand bei alle weiblichen deutschen Biathletinnen von C- bis A-Kader die Sommerleistungskontrolle in Berchtesgaden an, um sich allgemeinen Konditions-,Kraft- und Schießtests zu stellen.

Neben Konditionstests im Berglauf, MTB- Anstieg, 3000m Lauf, klassisch Rollern, Doppelstock schieben und  Paddeln standen auch mehrere Schießtests auf dem Programm.

Es war zwar eine sehr harte Woche, für mich aber auch eine sehr erfolgreich, denn ich habe den Test gewonnen und so bewiesen, dass ich gut drauf bin und effektiv trainiert habe. Auch vom Bundestrainer Uwe Müsiggang gab es Lob, was mich natürlich besonders freut. Da die Sommerleistungskontrolle zu einem Drittel in die Herbstleitungskontrolle bei der DM im September einfliesst, ist das für mich ein wichtiger Meilenstein.

Jetzt gönne ich mir mit meinem Freund ein paar Tage in Berchtesgaden und dann geht es mit frischem Elan weiter.

 

Eure Ute

 

 

26.06.2007

Ein fast trainingsfreies Wochenende…

 

Zur Zeit steht schweißtreibendes Sommertraining auf dem Programm! Montag bis Samstag Training, Training, Training. Wenn dann Samstag Mittag das Rad in die Ecke fliegt, die Roller im Regal landen und die Waffe eine Feuerpause erhält, springe ich in mein Auto. Bestückt mit ausreichend Lebensmitteln, um das Kohlenhydratdefizit der Woche auszugleichen, mache ich mich auf den Weg in die Sächsische Schweiz. Freund und Freunde sind längst da. Bin auch ich am Fels eingetroffen, ist meine Wochenlethargie so groß, dass ich im Schatten der Bäume meine schöne blaue Isomatte ausbreite und den anderen beim sportlichen Treiben zuschaue. Vom Spitzenkletterer, der mit Fingerlöchern spielt bis hin zu Kindern, die aussehen wie Schornsteinfeger, und Kekse im Sand verbuddeln und nachher beides essen, ist alles vertreten.

Irgendwann haben wir dann alle nur noch ein Ziel: ein Eis in Bad Schandau. Nach einem Erfrischungsbad machen wir uns gemeinsam auf die Socken! In Bad Schandau trifft man vorwiegend gestylte Touristen in gesetztem Alter, die mit ihren Stöckelschuhen ins nächste Café klappern, um Berge von Kuchen und Torten mit Schlagsahnegipfeln zu bewältigen. Ihnen auf den Fersen die Kurgäste, die trotz schlechten Gewissens den gleichen, leiblichen Genüssen zustreben. Dazwischen wir Kletterer und Leute der Wanderzunft in geflickten Kniehosen, Wanderschuhen und mit großen Rucksäcken, wild entschlossen, großen Taten entgegenzuschreiten.

Während wir genüsslich an unserem Eis mit reichlich Schokosoße schlecken, überlegen wir, wo wir die nächste Nacht verbringen. Die Übernachtungsmöglichkeiten sind vielfältig: Schlafen im Auto, auf Bergsteigerhütten oder in Boofen. (Boofen: sächsisch für Übernachten unter höhlenartigem Überhang, dreckig, sandig, aber trocken.)

Ein Kleinod der Gemütlichkeit sind die Bergsteigerhütten. Oft bieten sie nur fließend kaltes Wasser, was aber belebend frisch ist. Sie haben keinen Strom, aber Kerzenscheinromantik. Sie sind nicht ganz steril, aber rustikal. Vom Zustieg ganz zu schweigen: Mitgebrachtes trägt man(n) bis weit an den Elbhang, aber der Weitblick entschädigt.

Beim Knistern des Lagerfeuers werden dann Geschichten erzählt, es wird gescherzt und gelacht. In der Stille der Nacht träumen wir dann dem Sonnenaufgang entgegen.

…das alles sind Augenblicke, in denen der Biathlonsport für kurze Zeit Lichtjahre entfernt ist.

Ein neuer Tag bricht an, wenn die Vögel singen, sich der Nebel überm Elbtal hebt und der Kaffeeduft durch die Hütte zieht. Beizeiten machen wir uns dann auf den Weg zum Fels. Auch ich komme heute auf meine Kosten! Und da ist sie wieder, die Lust am Klettern. Durch sie erfahre ich unvergesslich schöne Tage und ein Lebensgefühl, das von Leuten geprägt ist, die am Seil baumeln und Spaß haben.

Für den Heimweg brauche ich fast doppelt solange wie für die Hinfahrt. Ich weiß, dass morgen Montag ist und eine harte Trainingswoche vor mir liegt.

 

Glücklich und motiviert falle ich ins Bett. Gute Nacht.

 

 

10.05.2007

Rafting in Leipzig

 

Der Landessportbund Sachsen und das Sächsische Staatsministerium für Kultur haben ihre erfolgreichsten Wintersportler geehrt. Auch ich hatte das Vergnügen, bei der Veranstaltung im frisch eröffneten Kanupark Markkleeberg dabei zu sein.

Der Markkleeberger See bildet das Eingangstor in die entstehende Seenkette südlich der Stadt Leipzig. Aus einstigen Braunkohletagebauten wachsen hier attraktive Freizeit- und Erholungslandschaften heran. Der Kanupark ist einer der modernsten Wildwasseranlagen der Welt und eröffnet nicht nur der aufstrebenden Tourismusregion neue Freizeitmöglichkeiten, sondern auch den Kanuten und Slalomfahrern optimalste Trainingsbedingungen zur Vorbereitung auf Peking.

Auch die Teilnehmer der Sportlerehrung durften sich in die Fluten stürzen. Die Besetzung der Raftingboote wurde aus Sportlern und Funktionären verschiedenster Bereiche bunt zusammen gewürfelt. Nach dem Verteilen von Neoprenanzug und Helm und einer kurzen Einweisung ins Paddel-ABC ging’s dann endlich los. Unser Boot wurde auf einem Förderband in den Startbereich geschleppt. Ich war ganz schön aufgeregt! Mit einem lauten Hopp-hopp-Kommando und kräftigen Paddelschlägen stürzten wir uns ins kühle Nass. Das war eine echte Gaudi und viel zu schnell war die 270 m Strecke, mit 6 m Höhenunterschied, überwunden. Wir fuhren solange, bis die Sonne in den Markkleeberger See eintauchte...

Ich fand, es war eine gelungene Idee, solch eine Veranstaltung durch Aktivität aufzupeppen.

Übrigens, Ihr könnt euch nicht vorstellen, was ich am nächsten Tag für einen Muskelkater hatte.

 

Bis bald, Eure Ute

 

 

08.05.2007

Marathonlauf durch Kunst, Politik und Sport

 

Im April habe ich am Sporthilfe Elite Forum auf Schloss Liebenberg teilgenommen. Ich hatte schon viel darüber gelesen und mich schließlich dazu durchgerungen, beim 9. Event dabei zu sein. Ziel der Veranstaltung ist es, Sportler mit Persönlichkeiten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen zusammenzubringen.

Moderator war Christian Schenk, gleichzeitig auch Initiator und Leiter des Forums. Er war selbst aktiver Sportler und 1988 Olympiasieger im Zehnkampf.

Unser erster „großer“ Gesprächspartner sollte Dr. Peter Danckert sein, Vorsitzender des Sportausschusses im Bundestag. Er informierte uns über die „Ehe“ von Politik und Sport und über sein Ziel, den Sport im Grundgesetz zu verankern, da er wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft ist.

Nach einem reichhaltigem Mittagsbuffet und einem Päuschen auf der Terasse des wunderschönen Schlosses und Gut Liebenberg lauschten wir dem Lebenslauf von Maybrit Illner. Die meisten kennen sie aus ihrer Talkshow „Berlin Mitte“, mit der ihr der TV-Durchbruch gelang. Wir diskutierten mit ihr über das Hase-und-Igel-Spiel der Pharmaindustrie, ein nicht enden wollender Teufelskreislauf.

Nach interessanten Gesprächen mit anderen Sportlern, die weit über einen Smalltalk hinaus reichten, fiel ich am späten Abend völlig beeindruckt ins Bett.

Am nächsten Tag berichtete Prof. Dr. Rüdiger von Rosen, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Aktieninstitutes, über das Thema Aktien. Dabei wurde mir bewusst, dass ich hier noch erhebliche Wissensdefizite habe. Hin und wieder verstand ich nur „Bahnhof“.

Am Abend begeisterten uns die Schüler des Julius-Stern-Institutes der Universität der Künste. Ein Celliquartett mit Sopranistin spielte klassische Musik. Es war beeindruckend, wie viele Parallelen ich als Sportler ziehen konnte. Ehrgeiz, Mut, Disziplin und Fleiß gehören ebenso zu einem Musiker wie Niederlagen und Misserfolg. Die aufgeschlossenen Nachwuchstalente plauderten aus dem Nähkästchen: über das Leben im Internat sowie die Schwierigkeit, Schule und die Musik unter einen Hut zu bekommen.

Am nächsten Tag stand ein Ausflug nach Berlin auf dem Programm. Zuerst hielt der Herta BSC-Bus, mit dem wir den ganzen Tag umherchauffiert wurden, vorm Bundeskanzleramt. Es war Mittwoch und deshalb fand während unserer Führung eine Kabinettsitzung statt. Großen Persönlichkeiten konnten wir somit nicht begegnen, denn die saßen alle um Angie’s Tisch.

Gleich danach fuhren wir zum Holocaust-Denkmal. Ich war wirklich beeindruckt. Das Gesehene in Worte zu fassen, ist schwer, da es aus jeder Perspektive anders wirkt. Ich finde, jeder sollte sich selbst ein Bild dieser Gedenkstätte machen. Anschließend besuchten wir die Berliner Philharmonie. Wir wurden durch das Bauwerk geführt, welches 1963 eröffnet wurde. Zum ersten Mal wurde ein Orchester in der Mitte eines Konzertsaales platziert, eine Idee, die gegen großen Widerstand, aber mit Hilfe des damaligen Orchesterchefs, erfolgreich durchgesetzt werden konnte. Abschließend bot sich die Gelegenheit, eine Generalprobe unter Dirigent Iván Fischer zu erleben (Beethovens Sinphonie Nr. 8). Wir lauschten der phänomenalen Akustik des 2.100 Menschen fassenden Saales. Einmalig!

Ein erlebnisreicher Tag, der am Abend mit einem Vortrag von Ebruh Shikh Ahmad, Integrationsbeauftragte des DOSB, gekrönt wurde. Sie schilderte ihren Lebenslauf, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Als junges türkisches Mädchen war sie eine erfolgreiche Schwimmerin, durfte aber seit der Pubertät nicht mehr im Badeanzug vor Trainern und Jungen auftreten. Die Strenge ihres Vaters und der Glaube verhinderten ihre erste Sportkarriere. Sie solle einen Sport ausüben, bei dem der Körper bedeckt ist, wie z.B. Karate. In dieser Sportart wird sie dreimal Europameisterin und mehrfache Deutsche Meisterin. Mit 20 Jahren lernt sie bei einem Wettkampf ihren späteren Mann kennen, einen aus Israel stammenden Palästinenser. Gegen den Willen ihrer Eltern heiratet sie ihn heimlich ein Jahr später. Diese Erfahrung hat sie sehr geprägt, weshalb sie sich heute verstärkt für die Integration junger Menschen einsetzt. Außerdem betreibt Ebru gemeinsam mit ihrem Mann eine Karateschule. Dass dieses Thema allen Grund zur Diskussion gab, könnt ihr Euch sicher vorstellen.

Am letzten Tag durfte jeder Teilnehmer ein persönliches Resümee ziehen. Ich verglich die Tage in Liebenberg mit einem Marathonlauf: Zunächst hatte es mich Überwindung gekostet, mich für dieses Seminar anzumelden. Die Tage vor Ort waren anstrengend - viele Ideen und neue Eindrücke. Auch war mir nicht mehr bewusst, wie anstrengend Stillsitzen doch sein kann. ;) Nun, im Ziel, bin ich froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Ich nehme viele Anregungen mit nach Hause, ganz nach dem Motto: Wissen fördert Sprachfähigkeit. Auch wenn ich nicht auf jeden Referenten eingegangen bin, so habe ich doch von allen gelernt, dass es keine Karriere ohne Rückschritt gibt.

Ich kann nur jedem Sportler empfehlen, sich dieses tolle Angebot der Deutschen Sporthilfe nicht entgehen zu lassen. Es ist eine echte Horizonterweiterung.

„Bilde Dich selbst, und dann wirke auf andere durch das, was Du bist.“ (Wilhelm von Humboldt)

 

 

02.04.2007

so dies und das

 

"Der Winter ist nun vorbei – war er denn überhaupt richtig da? In unseren Breiten erinnerte er diesmal eher an Kuhfleckenschokolade aus dem Süßwarenregal im Supermarkt.

Nach einer langen Saison für Sportler und Fans liegt eine für mich kürzere, für den Fernsehzuschauer längere Erholungsphase vor uns. Trotzt Ruhephase gilt es für mich die Ärmel hochzukrempeln und Dinge zu erledigen, die über den Winter angefallen sind. Wichtig, aber keinen Spaß machen wie zum Beispiel: Steuererklärung, Frühjahrsputz, sportmedizinische Untersuchung, Anfertigen lassen eines neuen Schaftes, und 1000 andere Kleinigkeiten. Ups, fast hätte ich’s vergessen – die Saisonauswertung steht auch noch vor der Tür, die von meiner Seite wie folgt ausfällt:

In Zahlen: 2 Silbermedaillen bei der Europameisterschaft, 4 Siege im Europacup, Europacup-Gesamtsiegerin, meine ersten Weltcuppunkte.

Im Detail: Verbesserung der Lauftechnik, neues Bindungs- und Schuhsystem und damit verbesserte Stabilität, mangelnde Abfahrts- und Kurventechnik, konstant gute Schießergebnisse, fehlende Kraftfähigkeiten.

Alles in Allem habe ich mich zum Vorjahr deutlich verbessert. Eigeninitiative und Mut zu neuen Trainingsreizen haben mich bestätigt. Es ist ganz klar noch ein weiter Weg bis zur Weltspitze oder um mit Siggi Heinrich’s Worten zu sagen: “Da gibt’s noch viel zu tun.“

Ich wünsche allen sonnige und entspannte Osterfeiertage, bis bald Ute"

 

 

22.03.2007

"Dankeschön"-Bande - Einzigartiges Sammlerstück zu versteigern

 

Zum Abschied von Ricco Gross und Katrin Apel, hat E.ON Ruhrgas eine "Dankeschön"-Bande produziert. Beim letzten Weltcup der Biathleten in Khanty-Mansyisk, wo diese Bande im Stadion hing, haben fast alle Skijäger aus allen teilnehmenden Nationen darauf unterschrieben. Internationale Spitzenstars wie zum Beispiel Ole Einar Björndalen oder Anna Carin Olofsson sind hier genauso verewigt wie die gesamte deutsche Mannschaft. Eine schöne Hommage an die beiden erfolgreichen deutschen Spitzensportler.

Die Versteigerung erfolgt exklusiv auf www.biathlon-fan.de zugunsten des Kinderschutzbundes für den sich Ricco Gross und Katrin Apel einsetzen.

 

 

19.03.2007

Saisonabschluss Khanty Mansyisk

 

Endlich habe ich meine ersten Weltcuppunkte im Sack. Nachdem ich mit meinem 45.Platz im Sprint nicht die beste Ausgangsposition für mein Ziel "Weltcuppunkte" hatte, konnte ich in der Verfolgung endlich zeigen, wo meine Stärken liegen. Als einzige von 57 Starterinnen konnte ich fehlerfrei bleiben und mich so mit einer gute Laufleistung um 24 Plätze verbessern. Über meinen 21. Platz und meine ersten 10 Weltcuppunkte bin ich überglücklich. So einen schönen Saisonausklang habe ich mir gewünscht. Witzig war auch unsere Überraschung für Katrin Apel, die ja ihre erfolgreiche Karriere in Khanty beendet hat. So viele Blondinen gab es im deutschen Team noch nie. Auch für Andrea habe ich mich gefreut, die das schon verloren geglaubte gelbe Trikot mit einer wahnsinnigen Energieleistung noch zurück erkämpft hat.

Heute ging es für mich nach unserer Ankunft in München direkt weiter zu den Zollmeisterschaften nach Obertillach. Hier ist totales Schneechaos. Am Mittwoch und Donnerstag starte ich im Langlauf, denn Biathlonwettbewerbe gibt es nicht.

 

 

13.03.2007

Weltcup Holmenkollen

 

Obwohl ich mir für meine ersten Weltcupeinsätze nicht zuviel vorgenommen habe, bin ich mit meiner Leistung nicht ganz zufrieden. Mein 35.Platz im Sprint ist ganz ok, denn läuferisch kann ich mit der Weltspitze zur Zeit noch nicht mithalten. In der Verfolgung war allerdings bedeutend mehr drin als Rang 40, denn die 4 Schießfehler beim letzten Schiessen waren trotz schwieriger Bedingungen mehr als unnötig. Vor dem Missgeschick lag ich ja wirklich gut im Rennen. In Khanty möchte ich mein ersten Weltcuppunkte erkämpfen.

 

 

05.03.2007

Der Weltcup ruft

Nach meiner Nominierung in den Weltcup, bin ich heute mit Jenny Adler, Carsten Pump und Daniel Graf in Norwegen angekommen. Ich freue mich riesig, bin aber auch ein wenig aufgeregt, denn am legendären Holmenkollen bin ich noch nie gestartet. Am Donnerstag steht der Sprint auf dem Programm und da geht es für mich um die ersten Weltcuppunkte der Saison und die Quali zur Verfolgung. Also Daumen bitte fest drücken.

 

 

25.02.2007

Staffel-Silber bei der EM in Bansko

Nach meinem gestrigen Erfolg in der Verfolgung, konnten wir heute in der Staffel erneut bei der EM zuschlagen. Mit unserem Quartett (Jenny Adler, Stephanie Müller, Ute Niziak und Sabrina Buchholz) haben wir uns insbesondere mit den Weißrussinnen und Bulgarinnen über eine lange Zeit ein heisses Tänzchen geliefert. Leider hatten die Weißrussinnen Dank der überragenden Schlußläuferin  Darya Domracheva am Ende die Nase vorn. Mit Staffel-Silber und meiner persönlichen Leistung am Schießstand und in der Lopie bin ich aber sehr zufrieden. Ich freue mich, dass ich mit zwei Silbermedaillen von den Europameisterschaften nach Hause fahren darf und meine Führung in der EC-Gesamtwertung weiter ausbauen konnte.

 

 

24.02.2007

EM-Silber in der Verfolgung

Hurra!!! Nach einem fünften Platz im Einzel und der Holzmedaille im Sprint, ist mir in der Verfolgung über 10 km der Sprung aufs Treppchen geglückt. Obwohl ich mit drei Schießfehlern mit meiner Leistung nicht so ganz zufrieden sein kann, bin ich über die Silbermedaille überglücklich. Immerhin waren mit der Siegerin Olga Kudrashova und der Dritten Irina Nikoultchina starke Damen aus dem Weltcup am Start. Hoffentlich können wir in der Staffel mit einer starken Mannschaftsleistung nochmal ein ähnliches Ergebnis abliefern.   

 

 

15.02.2007
Beim EC in Nove Mesto nicht zu schlagen 

Wieder liegt ein Europacup nach Maß hinter mir, denn ich konnte beide Sprints im tschechischen Nove Mesto für mich entscheiden. Am Dienstag blieb ich am Schiießstand fehlerfrei und war auch in der Loipe die Schnellste, so dass ich mit einem Vorsprung vor Julie Carraz aus Frankreich glücklich ins Ziel laufen konnte.

Am Mittwoch waren die Bedingungen viel schlechter und der Schnee war stumpf. Mit einem Fehler beim Liegendschiessen und einer "Null" stehend, konnte ich mich aber erneut gegen die starke Konkurrenz durchsetzen. Zweite wurde Sabrina Buchholz mit einem Rückstand von 16,2 Sek. bei gleichem Schiessergebnis.

An der Verfolgung nehmen wir laut Trainerentscheid nicht teil, um uns optimal auf die Europameisterschaften in Basko (BUL) vorzubereiten. Natürlich möchte ich auch bei der EM auf Medaillenjagd gehen und dann bei den restlichen Weltcups punkten.

 

 

31.01.2007
Ein Resümee der letzten 4 Wochen:

Das Jahresrutschen verbrachte ich leider nicht wie geplant in der Sächsischen Schweiz. Der anhaltende Schneemangel verbannte mich nach Mittenwald, wo ich auf einer 2,5 km Kunstschneerunde trainieren konnte.
Schon vor Ort bereitete ich mich zusammen mit allen B-Kader-Mädels auf die bevorstehenden Europacups in Italien vor.
Von meinem Weltcup-Einsatz vor zwei Jahren war mir die beinharte Olympiastrecke wohl bekannt, wo unser erster Einzel der Wintersaison und ein Sprint stattfinden sollte.
In der Nacht zum Einzel herrschte ein unglaublicher Sturm, der auch bis zu unserem Start noch nicht wirklich abgeklungen war. Windböen sollten mein größter Feind sein und mir war klar, dass für das heutige Rennen ein gutes Schießergebnis absolut entscheident sein wird. Im Laufen war ich fit und am Schießstand ließ ich mir relativ viel Zeit, in dem ich die eine oder andere Windböe länger abwartete. Am Ende konnte ich mit einer super Laufzeit und „nur“ 3 Fehlern am Schießstand das Rennen für mich gewinnen.
Das Sprintrennen am nächsten Tag sollte eines meiner schwersten werden. Es war nicht nur die Höhenluft die zu schaffen machte, sondern auch die föhnischen Temperaturen mit 17 Grad im Schatten und knöcheltiefem Sulzschnee. Aber schließlich waren die Bedingungen für jede gleich. Mit der schnellsten Laufzeit und einer fehlerfreien Schießeinlage konnte ich auch dieses zweite Rennen in Sansicario mit fast 40 Sekunden Vorsprung gewinnen.
Meine Freude war riesig und als Belohnung gönnte ich mir ein original italienisches Eis.

Nach einer Italien West-Ost-Kreuzfahrt am Montag landeten wir in Forni Avoltri. Auch an diesem italienischen Dörfchen ging der Föhn nicht ganz spurlos vorbei. Auf einer flachen 2,5 km Kunstschneerunde drehten wir durch grauen Wald unsere Runden. Bei gleichen Bedingungen für alle und relativ leichter Strecke gab es Zieleinläufe im Sekundentakt. Entschieden wurde das Rennen am Schießstand. Mit zwei Fehler im Stehendanschlag landete ich auf Platz 4 mit nur 6 Sekunden Rückstand auf die Siegerin. Im darauf folgenden Verfolgungsrennen konnte ich erneut auf’s Teppchen hüpfen. Mein vierter 2.Platz der Saison – toll. Auch im Staffelrennen belegten wir den 2. Platz, knapp hinter den starken norwegischen Mädels.

Jetzt bin ich für 10 Tage zu Hause. Weiter geht’s am Mittwoch ins Trainingslager nach Ridnaun und von da aus direkt zu den nächsten Europacups nach Tschechien.

 

 

20.01.2007
Eindrucksvoll in Forni Avoltri

Nachdem Ute mit Ihrem 4.Platz im Sprint nur knapp das Treppchen verfehlt hat, lief die Verfolgung im italienischen Forni Avoltri nach Maß. Mit 3 Schießfehlern und einer starken Laufleistung gelang ihr erneut Platz 2 hinter der fehlerfrei gebliebenen Anne Preussler, die von Rang 7 vorgelaufen war. Gleichzeitig konnte Ute ihre Führung in der Gesamtwertung ausbauen.

 

 

15.01.2007
In Cesana San Sicario nicht zu schlagen
Nach einem intensiven Trainingslager in Mittenwald ging es für Ute am Wochenende zum EC auf die olympische Strecke nach San Sicario. Das ihr diese Strecke liegt, hat Ute sicherlich bereits bei Ihrem Weltcupeinsatz 2005 unter Beweis gestellt. In diesem Jahr düpierte sie die Konkurrenz sowohl über die 15 km Einzelstrecke als auch beim Sprint und landete ganz oben auf dem Treppchen. Gleichzeitig konnte Ute wertvolle Punkte für die Gesamtwertung sammeln, die sie mit einem kleinen Polster weiter anführt. 

 


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